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Frau schlÀft mit extra Kissen im Bett Foto von Vitaly Gariev auf Unsplash

Wie schlafen bei Nackenschmerzen? Haltungstipps + Vorbeugung

04. Februar 2026

FĂŒr viele von uns steht und fĂ€llt der Tag mit der Frage, ob wir erholsam geschlafen haben. Doch fĂŒr viele Menschen beginnt der Tag nicht erfrischt, sondern mit einem steifen Hals oder ziehenden Schmerzen im Nackenbereich. Wenn Sie sich fragen, wie Schlafen bei Nackenschmerzen am besten gelingt, sind Sie nicht allein. Fast jeder Dritte leidet regelmĂ€ĂŸig unter Verspannungen, die oft direkt mit der Nachtruhe zusammenhĂ€ngen.

Hier finden Sie einige Tipps, wie Sie Ihre Schlafposition optimieren, welches Kissen das richtige ist und was Sie tun können, wenn Sie morgens mit Beschwerden aufwachen.

Warum treten Nackenschmerzen nach dem Schlafen auf?

Die HalswirbelsĂ€ule – eine anfĂ€llige Stelle

Der Nacken bzw.anatomisch die HalswirbelsÀule (HWS) ist ein hochkomplexes System aus sieben Wirbeln, Bandscheiben, BÀndern und Muskeln.

HWS auf Röntgenbild – seitliche Aufnahme der HalswirbelsĂ€ule
Hellerhof, Wikimedia Commons

Die HalswirbelsĂ€ule (HWS) ist unsere anatomische Schwachstelle, weil sie zwei gegensĂ€tzliche Aufgaben erfĂŒllen muss: maximale Beweglichkeit und hohe Traglast.

Die sieben filigranen Halswirbel mĂŒssen den Kopf tragen, der etwa 5 bis 6 kg wiegt. Anders als die BrustwirbelsĂ€ule (Rippen) hat die HWS dafĂŒr kein knöchernes Korsett. Sie ist allein auf die Muskulatur angewiesen. Außerdem ist der Hals eine vergleichsweise filigrane Stelle am Körper: Auf engstem Raum verlaufen hier RĂŒckenmark, Gehirn-Arterien und Nerven. Schon kleinste Verspannungen drĂŒcken sofort auf empfindliche Strukturen. DafĂŒr reicht schon Stress oder eine ungesunde Haltung am Schreibtisch. Bei Stress ziehen wir unbewusst die Schultern hoch. Diese Daueranspannung fĂŒhrt zur ÜbermĂŒdung der kleinen Nackenmuskeln.

Kurz gesagt: Die HWS ist der beweglichste, aber auch instabilste Teil der WirbelsÀule, der unter Fehlhaltung (wie dem Handynacken) schnell kapituliert.

Wenn Regeneration schiefgeht

Nachts sollte sich dieses System regenerieren. Doch oft passiert das Gegenteil:

  • Statische Überlastung: Wenn der Kopf ĂŒber Stunden in einer unnatĂŒrlichen Position verharrt, werden die Muskeln ĂŒberdehnt oder verkĂŒrzt.
  • Mangelnde Durchblutung: Durch Fehlhaltungen wird die Blutzirkulation in der Muskulatur eingeschrĂ€nkt, was zu schmerzhaften Myogelosen (MuskelverhĂ€rtungen) fĂŒhrt.
  • Psychosomatische Faktoren: Stress fĂŒhrt oft dazu, dass wir nachts die ZĂ€hne zusammenbeißen oder die Schultern unbewusst hochziehen.

Definition: Was ist ein „steifer Nacken“?

Medizinisch spricht man hĂ€ufig von einer akuten Myalgie oder einem Zervikalsyndrom. Dabei sind die Muskeln so stark verspannt, dass die Beweglichkeit des Kopfes eingeschrĂ€nkt ist. Oft strahlen diese Schmerzen bis in die Schultern oder Arme aus. Damit aufzuwachen, ist der Klassiker – da fĂ€ngt der Morgen nicht besonders gut an.

Nackenschmerzen können sich auf verschiedene Arten und an verschiedenen Stellen rund um Schultern/Nacken Ă€ußern. Medizinisch werden sie eingeteilt in:

  • Akut (bis zu 3 Wochen)
  • Subakut (bis zu 3 Monate)
  • Chronisch (ab 3 Monate)

Die richtige Schlafposition: Wie schlafen bei Nackenschmerzen?

Die Frage nach der besten Position ist entscheidend, um die HalswirbelsĂ€ule zu entlasten. Es gibt kein allgemeingĂŒltiges „Richtig“, aber es gibt klare Empfehlungen fĂŒr die verschiedenen Schlaftypen.

1. Die RĂŒckenlage: Der Favorit der Experten

FĂŒr die meisten Menschen mit HWS-Problemen ist die RĂŒckenlage ideal. Das Gewicht des Kopfes wird gleichmĂ€ĂŸig verteilt, und die WirbelsĂ€ule kann ihre natĂŒrliche Doppel-S-Kurve beibehalten.

Der große Vorteil dieser Haltung ist, dass die WirbelsĂ€ule hier nicht verdreht wird. Ein flaches Kissen oder eine Nackenrolle in der Nackenwölbung unterstĂŒtzt die StabilitĂ€t noch weiter.

2. Die Seitenlage: Stabil und entlastend, aber heikel

Die Mehrheit der Deutschen schlĂ€ft auf der Seite. Das ist gut fĂŒr die Atmung, kann aber fĂŒr den Nacken tĂŒckisch sein. Wichtig ist: Der Hohlraum zwischen Schulter und Ohr muss genau ausgefĂŒllt sein. Ist das Kissen zu flach, knickt der Kopf ab; ist es zu hoch, wird er ĂŒberstreckt. Ihre Nase sollte in einer Linie mit dem Brustbein bilden.

3. Die Bauchlage: Oft die Ursache fĂŒr Probleme

Wenn Sie oft Nackenschmerzen nach dem Schlafen haben und BauchschlĂ€fer sind, liegt hier vermutlich die Ursache. In der Bauchlage muss der Kopf fast um 90 Grad zur Seite gedreht werden, damit Sie noch gut Luft bekommen. Dies fĂŒhrt zu einer massiven Verdrehung der Facettengelenke in der HalswirbelsĂ€ule.

Wenn Sie BauchschlÀfer sind und hÀufiger Nackenprobleme haben, versuchen Sie schrittweise, sich an die Seitenlage zu gewöhnen, etwa mithilfe eines SeitenschlÀferkissens.

Bei Nackenschmerzen mit oder ohne Kissen schlafen?

Viele Betroffene glauben, dass ein kompletter Verzicht auf das Kissen die WirbelsĂ€ule „begradigt“. Doch ist das sinnvoll?

Schlafen ohne Kissen?

Das Schlafen ohne Kissen empfiehlt sich eigentlich nur fĂŒr reine RĂŒckenschlĂ€fer auf einer sehr punktelastischen Matratze. Sobald Sie sich jedoch auf die Seite drehen, fehlt die UnterstĂŒtzung. Der Kopf knickt nach unten weg, was die Nackenmuskulatur extrem dehnt.

Das richtige Kissen finden

Wenn Sie sich fragen, ob Sie bei Nackenschmerzen mit oder ohne Kissen schlafen sollten, lautet die Antwort meistens: Mit Kissen, aber mit dem richtigen!

Ergonomisch geformte NackenstĂŒtzkissen bestehen meist aus viskoelastischem Schaumstoff, der sich der Kontur anpasst. Sie haben eine Wellenform, die den Nacken stĂŒtzt und den Hinterkopf einsinken lĂ€sst.

Das Standardmaß von 80 mal 80 cm ist oft kontraproduktiv, da auch die Schultern auf dem Kissen liegen. Besser ist das Format 40x80 cm, damit nur der Kopf und Nacken gestĂŒtzt werden und die Schulter auf der Matratze einsinken kann.

Mögliche Ursachen von Kopf- und Nackenschmerzen nach dem Schlafen 

HĂ€ufig treten Kopf- und Nackenschmerzen nach dem Schlafen gemeinsam auf. Man spricht hier von einem spannungsbedingten Kopfschmerz oder einem zervikogenen Kopfschmerz.

Wenn die Nackenschmerzen mit einem Druckschmerz am Hinterkopf einhergehen, deutet dies auf eine Verspannung der kurzen Nackenmuskeln hin (Atlas-Region).

Ein einseitiges Ziehen bis zur SchlĂ€fe entsteht oft durch eine Überlastung des Trapezmuskels. Das passiert am hĂ€ufigsten in einer ungĂŒnstig gelagerten Seitenlage beim Schlafen, zum Beispiel durch ein falsches Kissen.

Wenn Ihre Schmerzen beim Aufwachen am stĂ€rksten sind und ĂŒber den Tag nachlassen, könnte ein besser passendes Kopfkissen und das Vermeiden von kalter Zugluft ĂŒber Nacht bereits Besserung verschaffen.

Ein dumpfes Pochen am Morgen deutet dagegen darauf hin, dass Sie möglicherweise nachts mit den ZĂ€hnen knirschen (Bruxismus). Das geht oft mit Nackenspannungen einher und kann auch lĂ€ngerfristig Ihre ZĂ€hne schĂ€digen; das sollte also mit Ihrem Zahnarzt/Ihrer ZahnĂ€rztin ebenfalls geprĂŒft werden. Sollten diese Beschwerden chronisch werden, ist ein Besuch beim OrthopĂ€den oder eine osteopathische Beratung ratsam. Oft kann auch eine individuelle Schienenversorgung helfen, wenn Knirschen die Ursache ist.

Nackenschmerzen nach dem Schlafen: Was tun? (Akuthilfe)

Wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist und Sie morgens mit Schmerzen aufwachen, helfen diese Sofortmaßnahmen:

WĂ€rme statt KĂ€lte

WÀrme fördert die Durchblutung und lockert die Muskulatur.

  • Kirschkernkissen: Kurz in die Mikrowelle und auf den Nacken legen.
  • Heißes Duschen: Lassen Sie den warmen Wasserstrahl gezielt ĂŒber die Nackenpartie laufen.
  • WĂ€rmepflaster aus der Apotheke: Diese enthalten oft Capsaicin oder arbeiten mit thermischen Reaktionen, die bis zu 12 Stunden lang tiefenwirksam lockern.

Sanfte Mobilisation

Vermeiden Sie ruckartige Bewegungen. Versuchen Sie stattdessen:

  • Sanftes Dehnen: Neigen Sie das Ohr vorsichtig zur Schulter, bis ein leichter Zug entsteht. Halten Sie dies fĂŒr 30 Sekunden.
  • Schulterkreisen: Große, langsame Kreise mit den Schultern ziehen, um die Durchblutung anzuregen.

Schmerzmittel als Ausnahme

Wenn die Schmerzen so stark sind, dass Sie eine totale Schonhaltung einnehmen, können entzĂŒndungshemmende Salben oder Tabletten (z. B. mit Ibuprofen oder Diclofenac) kurzfristig helfen, den Schmerzkreislauf zu durchbrechen. Lassen Sie sich dazu unbedingt in Ihrer Apotheke vor Ort beraten.

Checkliste: So optimieren Sie Ihr Schlafzimmer

Kleine Änderungen an Ihrer Schlafumgebung können bereits Einfluss auf Ihre Schlafhaltung nehmen und dafĂŒr sorgen, dass Nackenschmerzen weniger stark/wahrscheinlich auftreten.

  1. Zugluft vermeiden: Ein gekipptes Fenster direkt ĂŒber dem Bett kann die Muskulatur nachts auskĂŒhlen lassen. Tragen Sie im Zweifel ein leichtes Halstuch.
  2. Mittlere Raumtemperatur: Ideal sind ca. 16–18 Grad. Zu viel Hitze fĂŒhrt zu unruhigem Schlaf und hĂ€ufigem Positionswechsel.
  3. PrĂŒfen Sie Ihre MatratzenhĂ€rte: Ist die Matratze zu weich, hĂ€ngt die gesamte WirbelsĂ€ule durch. Ist sie zu hart, können Schulter und Becken nicht einsinken.

Zusammenfassung und Fazit

Die Kombination aus der richtigen Schlafposition (RĂŒcken oder Seite) und einem stĂŒtzenden Kissen ist der SchlĂŒssel zu einem erholsamen Schlaf fĂŒr den Nacken. Achten Sie darauf, dass Ihre HalswirbelsĂ€ule eine gerade VerlĂ€ngerung der WirbelsĂ€ule bildet und nicht abknickt.

Sollten Sie morgens dennoch unter Beschwerden leiden, hilft WĂ€rme und sanfte Bewegung. Denken Sie daran: Chronische Schmerzen sollten immer medizinisch abgeklĂ€rt werden, um BandscheibenvorfĂ€lle oder andere degenerative VerĂ€nderungen auszuschließen.

Die Expert:innen in Ihrer lokalen Apotheke helfen Ihnen gerne weiter – sei es bei der Auswahl des passenden WĂ€rmepflasters oder bei Empfehlungen fĂŒr ergonomische Schlafhilfen.