Phytotherapie: Heilende Wurzeln gegen Beschwerden

04. April 2022

Pflanzen gelten als das älteste Heilmittel. Sie helfen gegen viele Beschwerden wie die lästige Erkältung im Herbst. Was Sie über Phytotherapie wissen sollten.

„Gegen jedes Leid ist ein Kraut gewachsen“, so heißt es in einem Sprichwort. Und das ist nicht an den Haaren herbeigezogen. Auf der ganzen Welt gibt es rund 70.000 Wurzeln und Heilpflanzen, die gegen Beschwerden zum Einsatz kommen. Bei Bauchweh oder Prellungen muss es nicht immer gleich ein Medikament sein. Das wussten schon unsere Großmütter. Und dieses Wissen ist in der Pflanzenheilkunde oder Phytotherapie zusammengefasst.   

Was ist Phytotherapie?

Pflanzen bilden schon seit vielen tausend Jahren die Grundstoffe für Arzneimittel. Dementsprechend gehört die Phytotherapie zu den ältesten medizinischen Therapien. Grundlage für die Phytotherapie ist die Naturheilkunde. Allerdings ist die Phytotherapie ein fester Bestandteil der naturwissenschaftlich orientierten Medizin.

Die Arzneimittel, die für die Phytotherapie aus Heilpflanzen hergestellt werden, werden Phytopharmaka. Dafür werden Blatt, Blüte, die oberirdische Heilpflanze, Holz, Hülse, Frucht, Knospen, Rinde, Samen, Stängel, Wurzeln, Wurzelstock, Zweigspitzen und Zwiebeln verwendet.

Welche Wurzeln und Heilpflanzen sind die richtigen?

Die Wirkstoffe der Heilpflanzen können für ganz unterschiedliche Beschwerden eingesetzt werden. Insbesondere bei leichten Erkrankungen wie einer Erkältung im Herbst, Prellungen oder bei chronischen Beschwerden kommt die Phytotherapie zur Anwendung. Im Notfall oder bei intensivmedizinischen Beschwerden eignen sich Heilpflanzen und Wurzeln in der Regel nicht.

Sportverletzung, Probleme mit der Verdauung oder Husten und Schnupfen im Herbst – die Phytotherapie bietet ein großes Spektrum an Heilpflanzen gegen diese Beschwerden. Dementsprechend sollten Sie sich von einem Arzt oder Apotheker beraten lassen. Die beliebtesten pflanzlichen Arzneimittel sind:

  • Sonnenhutkraut bei Erkältung
  • Arnika bei Prellungen oder Verstauchungen
  • Ringelblumen bei Wunden
  • Kümmel bei Blähungen und Bauchkrämpfen
     

Je nach Ernte und Herstellungsverfahren kann die Zusammensetzung der Wirkstoffe aus den Heilpflanzen schwanken. Deshalb sollten Sie auf standardisierte Präparate zurückgreifen, um die gewünschte Wirkung erzielen zu können. Bei selbst gepflücktem Johanniskraut für einen Tee gegen depressive Verstimmung gestaltet sich die Dosierung schwierig.

Haben Heilpflanzen auch Nebenwirkungen?

Das Verhältnis zwischen erwünschter und unerwünschter Wirkung ist bei Phytopharmaka oft gut. Das heißt, pflanzliche Medikamente weisen in der Regel weniger Nebenwirkungen auf als synthetisch hergestellte Medikamente.

Heilpflanzen stammen häufig aus kontrolliert-ökologischem Anbau. Dennoch können auch diese Nebenwirkungen haben. „Rein pflanzlich“ bedeutet nicht automatisch „harmlos“. Zum Beispiel sind allergische Reaktionen, Übelkeit oder Erbrechen auch in der Phytotherapie möglich. Pflanzliche Arzneimittel sollten wie herkömmliche Medikamente nach Packungsbeilage eingenommen werden.

Trotz der Wirksamkeit von pflanzlichen Arzneimitteln hat auch die Phytotherapie ihre Grenzen. Eine Beratung beim Arzt oder Apotheker ist auch für eine phytotherapeutische Behandlung zu empfehlen.

Mehr Informationen zur Phytotherapie erhalten Sie in der Apotheke. Wir beraten Sie gerne!
 

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